07.07.2026

Oper im Steinbruch: 271 prachtvolle Kostüme machen Puccinis „Tosca“ in St. Margarethen zum visuellen Erlebnis

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Mit Giacomo Puccinis „Tosca“ kehrt ab 15. Juli eine der beliebtesten Opern der Welt auf die Bühne der Oper im Steinbruch in St. Margarethen zurück. Bis 22. August verwandelt sich die beeindruckende Naturkulisse im Burgenland erneut in einen außergewöhnlichen Schauplatz für Oper unter freiem Himmel.

Während Puccinis dramatische Musik und die bewegende Geschichte um Liebe, Macht und Verrat im Mittelpunkt stehen, entsteht hinter den Kulissen eine ebenso eindrucksvolle visuelle Welt. Insgesamt 271 Kostüme, entworfen von Giuseppe Palella und in Mailand gefertigt, prägen das Erscheinungsbild der Produktion und verleihen den Figuren des Stückes eine unverwechselbare Identität.

Die aufwendig gestalteten Bühnenbekleidungen tragen wesentlich dazu bei, Emotionen sichtbar zu machen, Charaktere zu schärfen und die Handlung von „Tosca“ in kraftvolle Bilder zu übersetzen. Gemeinsam mit der monumentalen Felskulisse des Steinbruchs entsteht ein Opernerlebnis, das Musik, Schauspiel und visuelle Gestaltung auf einzigartige Weise verbindet.

Kostüme als Teil der Erzählung

In dieser Inszenierung erzählt jedes Kostüm eine eigene Geschichte und unterstützt die emotionale Wirkung der Charaktere.

Visuelle Höhepunkte der Produktion

  • Tosca erscheint mit einer neun Meter langen Schleppe mit weißen Blumen, die ihre Präsenz und emotionale Stärke eindrucksvoll unterstreicht.
  • Scarpia trägt einen neapolitanischen Mantel in tiefen dunklen Farbtönen, der seine Macht, Besessenheit und innere Zerrissenheit widerspiegelt.
  • Angelotti wird durch bewusst zerschlissene Kleidung als politisch Verfolgter und Flüchtender charakterisiert.
  • Die Gewänder des Sagrestano und des Theatiners verdeutlichen deren religiöse und gesellschaftliche Rollen innerhalb der Handlung.
  • In Weiß und Gold gekleidete Cherubim setzen himmlische Akzente und bilden einen bewussten Kontrast zu den herrschenden Figuren der Oper.

Die zurückhaltenden Farben dieser Figuren stehen gleichzeitig im spannenden Gegensatz zur opulenten Bühnenwelt von Regisseur und Bühnenbildner Thaddeus Strassberger.

„In Tosca erzählt jedes Detail eine Geschichte – dazu gehören auch die Kostüme. Giuseppe Palella schafft es, den Figuren eine unverwechselbare visuelle Identität zu verleihen und ihre Emotionen sichtbar zu machen. Gemeinsam mit der imposanten Kulisse des Steinbruchs entsteht so ein Opernerlebnis, das weit über die Bühne hinauswirkt.“

Daniel Serafin, Intendant der Oper im Steinbruch

Giuseppe Palella: Historische Authentizität trifft Opernmagie

Für den italienischen Kostümbildner Giuseppe Palella ist „Tosca“ bereits die dritte Produktion im Steinbruch St. Margarethen. Bereits bei „Turandot“ (2021) und „Aida“ (2024) war er für die Kostüme verantwortlich.

Die Vorbereitungen für „Tosca“ begannen bereits vier Monate vor der Premiere. Zur Recherche reiste Palella nach Rom und beschäftigte sich intensiv mit den historischen Schauplätzen der Oper. Zusätzliche Inspiration fand er in Originalzeichnungen der Uraufführung von 1900, die im Archiv der römischen Oper erhalten sind.

Da die Handlung in Italien um 1800 angesiedelt ist, orientieren sich die Entwürfe an historischen Vorbildern und verbinden diese mit einer zeitgemäßen Bühnenästhetik.

„Meine Kostüme für Tosca verbinden die dramatische Opulenz des Barocks mit einer realistischen Detailtreue. Sie sind nicht nur prachtvoll, sondern auch historisch fundiert und helfen dabei, die Figuren glaubhaft in ihrer Zeit zu verankern“

Giuseppe Palella

Handwerkskunst aus Mailand für die Oper im Steinbruch

Gefertigt wurden die Kostüme in der traditionsreichen Mailänder Werkstatt Casa d'Arte Fiore, die seit mehr als 70 Jahren Bühnenproduktionen weltweit ausstattet.

Internationale Referenzen der Werkstatt

  • Arena di Verona
  • Oper Zürich
  • Monte Carlo
  • Tokio
  • Oper im Steinbruch St. Margarethen

Die Werkstatt verfügt über umfangreiche Archive mit historischen Stoffen, Stickereien und Gewandelementen. Durch behutsames Upcycling entstehen einzigartige Kostüme, die traditionelle Handwerkskunst mit nachhaltiger Ressourcennutzung verbinden.

Zu den charakteristischen Elementen der Kostüme zählen:

  • historische Schnitte und Materialien
  • aufwendige Stickereien
  • Glassteine und Perlen
  • funkelnde dekorative Details
  • detailreiche handwerkliche Verarbeitung

Die Kulisse des Steinbruchs als Teil des Gesamtkunstwerks

Neben den Kostümen tragen zahlreiche Gewerke zum Gesamteindruck der Produktion bei. Tischlerei, Schlosserei, Bildhauerei und Bühnenmalerei setzen die kreativen Visionen des Produktionsteams in der einzigartigen Felslandschaft des Steinbruchs in St. Margarethen um.

Das Zusammenspiel von historisch inspirierten Kostümen, monumentalem Bühnenbild, modernster Bühnentechnik und der beeindruckenden Naturkulisse macht die Oper im Steinbruch zu einem der außergewöhnlichsten Opernspielorte Europas.

Hohe Nachfrage nach „Tosca“ im Burgenland

Bereits Wochen vor der Premiere zeichnet sich eine starke Nachfrage nach den Aufführungen ab. Besonders die Vorstellungen an Freitagen und Samstagen erfreuen sich großer Beliebtheit.

Wer Puccinis Meisterwerk „Tosca“ in der spektakulären Kulisse des Steinbruchs St. Margarethen erleben möchte, sollte sich daher frühzeitig Tickets sichern.